Arbeit, Altern und Gesundheit im Lebensverlauf

Der "Gesundheitszustand" eines Menschen lässt sich in einem großen Spektrum zwischen „gesund“ und „krank“ verorten. Zudem ist es kein "Zustand", sondern ein in großen Zeiträumen sich erstreckender Prozess. Gesundheit und Krankheit entwickeln sich im  biographischen Verlauf. So bauen sich mit dem Altern biologische Systeme ab, doch entstehen zugleich neue Potentiale und neue Ressourcen der Erfahrung, der Erinnerung und der Reflexion. Das natürliche Altern kann jedoch empfindlich gestört werden: Langjährige hohe Arbeitsbelastungen – oder auch Belastungen durch Arbeitslosigkeit - können zu arbeits- und berufbedingten Erkrankungen führen, die im Lebensverlauf oftmals ganz massive Einschnitte und Brüche erzeugen. Die klassischen Berufskrankheiten waren Folge eindeutiger, monokausal fassbarer Belastungen. Auch wenn diese Problematik noch lange nicht aus der Welt ist (siehe z.B. Asbest), so folgt die weitaus große und weiter wachsende Zahl der arbeitsbedingten Erkrankungen (so z.B. die Depression) nicht diesem Modell. Die heutigen Erkrankungsformen sind meist multifaktoriell erzeugt, und zwar im langfristigen biographischen Verlauf. Persönlichkeitsfaktoren, Ressourcen und Belastungen verdichten sich biographisch zu Konstellationen, die als Krankheit oder Gesundheit zum Ausdruck kommen.

Ausgewählte Veröffentlichungen: